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Wie unterscheidet sich die Prophylaxe beim Zahnarzt vom Zähne putzen zu Hause?

Zähneputzen ist ein wichtiger Teil der Zahnvorsorge, reicht aber für gute Mundgesundheit nicht aus. Der regelmäßige Zahnarztbesuch und die professionelle Prophylaxe beim Zahnarzt sind unerlässlich.

Mindestens zweimal täglich Zähneputzen gehört für viele Menschen zum täglichen Ritual. Manche benutzen zusätzlich Zahnseide und reinigen ihre Zähne damit gründlicher als viele andere. Doch auch das reicht nicht aus, um die Zahngesundheit nachhaltig zu erhalten. Auch mit der sorgfältigsten Pflege zu Hause lassen sich nicht alle schädlichen Bakterien aus dem Mund entfernen. Darüber hinaus können durch die professionelle Prophylaxe beim Zahnarzt entstehende Krankheiten sehr früh erkannt werden.

Optimales Zähneputzen ist der erste Schritt zu einer wirksamen Prophylaxe.

Je gründlicher die häusliche Zahnpflege ist, desto wirkungsvoller ist die anschließende professionelle Zahnreinigung (PZR). Dazu gehört natürlich das zweimal tägliche, gründliche Zähne putzen. Bewährt haben sich fluoridhaltige Zahnpasten. Zusätzlich ist es sinnvoll, die Zahnzwischenräume zu reinigen. Dies geschieht am besten mit Zahnseide oder einer Interdentalbürste.

Vor allem der Umgang mit Zahnseide ist nicht ganz einfach, sodass eine Anleitung durch den Zahnarzt sinnvoll ist. Wer die Zahngesundheit erhöhen möchte, kann zusätzlich einmal pro Woche ein Fluoridgel verwenden. Damit sind die Handlungsmöglichkeiten in der Regel erschöpft.

Warum die häusliche Zahnpflege nicht ausreichend ist

Auch wer seine Zähne noch so gründlich putzt, kommt an bestimmte Stellen im Mund nur schwer heran. Es fehlen die Hilfsmittel einer Prophylaxe beim Zahnarzt. Vor allem Menschen, die an Parodontitis (auch Parodontose genannt) leiden, sollten regelmäßig den Zahnarzt aufsuchen, da sich die Bakterien durch Zähneputzen nicht komplett entfernen lassen. Sie vermehren sich schnell und bilden einen Belag auf der Zahnoberfläche. Dort produzieren sie Säuren und Giftstoffe. Diese greifen die Zähne an und es kommt zu Karies und Parodontose. Deshalb gehört zu einer umfassenden Prophylaxe neben der häuslichen Zahnpflege die Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt, sowie die professionelle Zahnreinigung.

So funktioniert die professionelle Zahnreinigung

Die Professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt wird immer von einer speziell ausgebildeten Fachkraft durchgeführt. Zuerst entfernt sie den Zahnstein. Dazu kommen verschiedene Instrumente zum Einsatz, die den Zahnbelag gründlich entfernen. Anschließend erfolgt die Reinigung mit einem Pulver-Wasser-Strahlgerät. Ein Wasser-Luftgemisch entfernt zusammen mit einem Reinigungspulver Verfärbungen und Pigmentflecken. Selbst die Zähne von Rauchern werden wieder weiß.

Mit dem Wasserstrahl werden auch Stellen erreicht, die man selbst mit Zahnbürste, Zahnseide und Interdentalbürsten nicht erreicht. Im nächsten Schritt werden bei der Prophylaxe beim Zahnarzt die Zähne poliert. Durch die vorherige Behandlung ist die Oberfläche etwas aufgeraut. Dies wird nun im nächsten Arbeitsgang wieder geglättet und feingeschliffen, da sich sonst schnell wieder Bakterien ansiedeln könnten. Anschließend erhält die Zahnoberfläche einen Fluoridlack. Zum Schluss versiegelt die Fachkraft für Zahngesundheit die so genannten Fissuren. Das sind kleine Risse auf den Kauflächen. Auch hier siedeln sich gerne Bakterien an.

Therapiekorridore für eine moderne Zahnmedizin

Im Jubiläumsjahr des 50-jährigen Bestehens der Akademie Praxis und Wissenschaft (APW) findet der Deutsche Zahnärztetag in Kooperation mit der DGZMK/APW-Jahrestagung vom 12. bis 14. September 2024 in Düsseldorf statt. Das wissenschaftliche Programm bietet ein umfassendes Update des modernen, zahnärztlichen Therapiespektrums. In den Kongress ist auch wieder ein Studierenden- und Assistententag integriert.

Die wissenschaftlichen Fachgesellschaften unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) tragen laufend neue Forschungsergebnisse für eine moderne Patientenbehandlung aus ihren jeweiligen Fachbereichen zusammen. In einem aufwändigen Prozess entstehen aus diesen Erkenntnissen systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für Zahnärztinnen und Zahnärzte wie auch für Ärztinnen und Ärzte in spezifischen Situationen: die Leitlinien. Diese evidenzbasierten Therapieempfehlungen sind Gegenstand zahlreicher Fortbildungen. Doch nicht jede Therapie, die für eine Behandlungssituation wünschenswert wäre, kann kostendeckend und wirtschaftlich erbracht werden. "In der Zahnmedizin haben wir enorme Fortschritte erzielt und zahlreiche wirksame Therapien entwickelt. Doch angesichts der ökonomischen Rahmenbedingungen müssen wir uns die Frage stellen, ob es überhaupt möglich ist, diese hohe Qualität der Zahnmedizin in die Realität der Versorgung zu übertragen“, sagt DGZMK-Präsident Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang.

Therapiekorridor: Was sollte – was ist nötig?

Der DGZMK/APW-Jahreskongress in Kooperation mit dem Deutschen Zahnärztetag möchte für dieses Dilemma Lösungen aufzeigen. In Vorträgen des wissenschaftlichen Hauptprogramms werden daher nicht nur Therapien vorgestellt, die in bestimmten Indikationen idealerweise erfolgen sollten, sondern die Refent:innen wollen einen Therapiekorridor eröffnen, innerhalb dessen moderne Zahnmedizin und Wirtschaftlichkeit zusammen gehen können, gemäß dem Tagungsmotto: „Zahnmedizin 2024: Welche Qualität müssen wir uns leisten?“

Fortbildung und gesundheitspolitische Debatte

Der diesjährige Zahnärztetag zusammen mit der DGZMK/APW-Jahrestagung ist daher nicht nur eine Fortbildungsveranstaltung, sondern eröffnet auch den Raum für eine gesundheitspolitische Debatte. Am Freitag, den 13. September 2024 werden Vertreter der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der DGZMK auf dem Podium darüber diskutieren, was die Zahnärzteschafft gemäß dem wissenschaftlichen Fortschritt den Patientinnen und Patienten anbieten sollte – trotz in manchen Indikationen engem Kostenrahmen.

APW: 50 Jahre Fortbildung in höchster Qualität

Bei allen Herausforderungen ist die zahnmedizinische Versorgung in Deutschland seit Jahrzehnten von hoher Qualität geprägt. Gerade im Bereich der Prävention hat dies zum dem Fakt geführt, dass zwölfjährige Kinder heute in großer Mehrheit kariesfrei sind. Ein Präventionserfolg, der im Ländervergleich einzigartig ist. Diese Errungenschaft ist nicht zuletzt dem steten Weiterbildungswillen der Zahnärzteschaft zu verdanken, die die Transformation von einer reparativ ausgerichteten hin zu einer präventionsorientierten Zahnmedizin konsequent verfolgt. Verlässlicher Begleiter ist dabei die Akademie Praxis und Wissenschaft (APW), das traditionsreiche Fortbildungsinstitut der DGZMK. In diesem Jahr feiert es ihr 50-jähriges Bestehen. Der APW-Vorstand, der die wissenschaftliche Tagungsorganisation übernommen hat, konnte für die DGZMK/APW-Jahrestagung hochkarätige Referentinnen und Referenten gewinnen. Die Teilnehmenden dürfen ein umfassendes Update evidenzbasierter Therapien in den unterschiedlichen zahnmedizinischen Disziplinen erwarten.

Wie Parodontitis entsteht, und warum sie so gefährlich ist

Nach Schätzungen leiden mehr als 10 Millionen Erwachsene in Deutschland an dieser tückischen und oft unerkannten Krankheit, die zu schweren Folgeschäden führen kann - Parodontitis.

Parodontitis ist eine heimtückische Krankheit, die in der Bevölkerung weit verbreitet ist. Schätzungen zufolge leiden etwa ein Drittel bis zur Hälfte aller Erwachsenen in Deutschland darunter; die Zahl der Diagnosen nehmen seit Jahren kontinuierlich zu. Da Parodontitis lange Zeit symptomlos bleibt, handelt es sich um eine äußerst heimtückische Krankheit. Deshalb ist es wichtig, um die Krankheit rechtzeitig zu erkennen, die regelmäßige Vorsorge Untersuchung beim Zahnarzt wahrzunehmen.

Deshalb ist Parodontitis so gefährlich

Parodontitis ist die mit Abstand am weitesten verbreitete Zahnkrankheit. Die Bereiche im Mund, die den Zahn mit dem Kiefer fixieren, werden mit gefährlichen Bakterien verunreinigt. Dies geschieht durch die Ablagerungen von Belägen; deshalb verschlimmert nicht gründliches Zähneputzen die Symptome und intensiviert den Krankheitsverlauf. Weitere Risikofaktoren sind unter anderem Diabetes und Rauchen. Die Parodontitis-Bakterien und die sich daraus entwickelnde Entzündung greifen Zahnfleisch und im weiteren Verlauf auch den Kieferknochen an, und sind verantwortlich dafür, dass sich die Zähne lockern und diese irgendwann ausfallen.

Mit fortschreitendem Alter steigt das Risiko einer Parodontitis-Erkrankung. Während bei den 21-jährigen weniger als ein Drittel der Leute von ihr heimgesucht werden, beträgt die Chance für 67-jährige, von ihr verschont zu bleiben, gerade mal zehn Prozent.

Die Folgen bleiben nicht auf die Zahn- und Kiefergegend beschränkt. In unserem Körper ist alles in gewisser Weise miteinander verbunden, da das Herz das Blut in alle Teile des Organismus pumpt. Frauen, die an schwereren Formen von Parodontitis leiden, haben ein höheres Risiko für Frühgeburten. Außerdem begünstigt die unbehandelte Zahnkrankheit Schlaganfälle und Rheuma. Fehlende Zähne verringern die Lust auf Essen und können zur Mangelernährung führen.

Parodontose Vorbeugung und Behandlung

Die Krankheit verläuft oft nicht völlig symptomlos, womit die Diagnose leichter möglich ist, und die Parodontitis Behandlung starten kann. Ungewöhnlicher Mundgeruch kann das erste Anzeichen für eine entstehende Parodontitis sein. Im weiteren Verlauf kommen blutendes und geschwollenes Zahnfleisch hinzu. Wer beim Verzehr von heißen oder kalten Getränken und Speisen Schmerzen in den Zähnen verspürt, hat womöglich Parodontitis.

Ein regelmäßiger Besuch beim Zahnarzt, verbunden mit einer zahngesunden Lebensweise, dient als beste Parodontose Vorbeugung. Es ist einfach, seine Zähne zu schützen: Sie meiden gefährliche Substanzen und putzen regelmäßig die Zähne. Darüber hinaus sollten die regelmäßigen Vorsorge-Untersuchungen beim Zahnarzt, sowie die professionelle Prophylaxe nicht vernachlässigt werden, dann ist die Chance sehr hoch, auch bis ins hohe Alter gesunde Zähne zu erhalten.

Systematische Parodontaltherapie

Eine Parodontitis Behandlung muss sorgfältig auf den aktuellen Gesundheitszustand von Zähnen und Zahnfleisch angepasst sein. Im ersten Schritt nach der Diagnose geht es darum, die Entzündung zu beruhigen und die Bakterien möglichst vollständig zu beseitigen, so wird eine weitere Ausbreitung der Erkrankung verhindert. Je nachdem welche Schäden entstanden sind, ist unter Umständen ein Aufbau von Gewebe oder Knochen nötig.

Aufgrund der Schwere der Erkrankung sowie der risikoreichen Folgen, hat eine baldige, professionelle Parodontitis Behandlung vielfältige Vorteile für den Patienten und seine Gesundheit. Die Mundgesundheit wird deutlich verbessert, was sich positiv auf den Zahnerhalt auswirkt. Unangenehme Krankheits-Folgen wie Mundgeruch werden beseitigt, das Risiko für gefährliche Herzkrankheiten und Schlaganfälle wird deutlich minimiert. Das Wohlbefinden steigt spürbar, so dass endlich wieder ein strahlendes Lächeln möglich ist.

Raucher verlieren häufiger Zahnimplantate

Wer raucht hat ein doppelt so hohes Risiko für den Verlust eines Zahnimplantats im Vergleich zu Menschen, die nicht rauchen. Die Gefahr, ein Implantat zu verlieren, steigt mit zunehmendem Nikotinkonsum, warnt die Initiative proDente e.V. anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31.5. Denn durch das Rauchen verschlechtert sich die Wundheilung. Zudem kann es zu einem schnelleren und stärkeren Abbau des Knochens in der Umgebung des Implantats kommen.

„Es ist ratsam, bereits vor dem Einsetzen eines Zahnimplantats mit dem Rauchen aufzuhören“, empfiehlt Dr. Romy Ermler, Vorstandsvorsitzende der Initiative proDente e.V. und Vizepräsidentin der Bundeszahnärztekammer (BZÄK). „Denn Rauchen erschwert die Einheilung von Zahnimplantaten erheblich. Das Risiko für den Verlust des Implantats steigt.“

Das sind die Gründe für den Implantatverlust Dentale Implantate kann man sich als künstliche Zahnwurzeln vorstellen. Die Zahnärztin oder der Zahnarzt setzt das Implantat während einer Operation in den Kieferknochen ein. In der Regel gelingt bei über 90 Prozent der Zahnimplantate eine erfolgreiche Einheilung. Das kann bei Raucherinnen und Rauchern anders aussehen. Denn das Nervengift Nikotin verengt die feinen Blutgefäße. Das Gewebe ist schlechter durchblutet und die Abwehrmechanismen des Körpers können nicht ausreichend wirken. Bakterien können sich zudem leichter ansiedeln. Das stört die Einheilung des Zahnimplantats in den Kieferknochen. Die Gefahr einer Entzündung mit Verlust des Implantats steigt. Zudem begünstigt Rauchen chronische Entzündungen wie eine Parodontitis. Sie ist für einen Knochenabbau im Kiefer verantwortlich. Fehlt dem Zahnimplantat zunehmend der Halt, erhöht sich das Risiko für einen frühzeitigen Verlust des Implantats.

29.05.2024 DGA | Quelle: proDente e.V.



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